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Die Kronleuchter des Château Destinée

Die Geschichte der Kronleuchter gehört zu den Momenten der Restaurierung des Château Destinée, die sich im Rückblick noch immer ganz besonders anfühlen. Eigentlich hatten wir gleich doppelt Glück.

Ein restaurierter Kristallleuchter im Château Destinée vor einem hohen Fenster mit Zypressen draussen

Die Originalleuchten in der Scheune

Das erste Glück war, dass in der Scheune viele der Originalleuchten noch an ihrem Platz hingen, darunter Kronleuchter an der Decke. Sie gehörten zur Einrichtung der Vorbesitzer, und im Keller lagen Schachteln mit Ersatzkristallen. Das Potenzial war schon damals zu erkennen, auch wenn viele Leuchten kaputt, unvollständig und verstaubt waren und viel Pflege brauchten.


Marilyn, einer unserer Engel

Unser zweites Glück hiess Marilyn.


Marilyn war die Frau unseres Elektrikers. Während der Corona-Zeit wurde sein Rückflug nach Nizza gestrichen, und weil er für einen anderen Auftrag zurückmusste, fuhr Marilyn herauf, um ihn abzuholen. Sie arbeitete in einem Fünfsternehotel in Nizza, konnte wegen der Pandemie aber wie so viele damals nicht arbeiten.

Als sie sah, was wir hier vorhatten, fragte sie, ob sie bleiben und helfen könne. In diesen ersten Zeiten kamen ein paar Engel vom Himmel zu uns, und Marilyn war ganz bestimmt einer davon. Durch ihr Können als Schneiderin, ihre Erfahrung aus der Hauswirtschaft im Fünfsternehotel und ihr Wissen über Polster und Stoffe habe ich unglaublich viel von ihr gelernt. Trotz der Sprachbarriere verstanden wir uns sofort und hatten grosse Freude daran, so viele Arbeiten gemeinsam zu erledigen.


Über 20 restaurierte Kronleuchter

Zuerst polsterte sie die violetten Stühle im Empfangsraum neu, dann nahm sie sich die Kronleuchter vor. Einen nach dem anderen: Sie nahm die Kristalle ab, reinigte und polierte sie, strich die Gestelle und hängte alles wieder auf. Insgesamt restaurierte sie über 20 Kronleuchter. Dass ihr Mann vor Ort war und sie neu verkabeln konnte, war ein zusätzlicher Segen, und wenn sie nach ihm rief, kam er. Das wurde bei uns zum Running Gag: Wir ahmten sie jedes Mal nach, wenn wir seine Aufmerksamkeit brauchten.


Was sie geleistet hat, ist aussergewöhnlich. Aus kaputten, unvollständigen und schmutzigen Leuchten, wie sie viele wohl einfach weggeworfen hätten, wurden einige der schönsten Blickfänge im Château, die Stockwerk für Stockwerk mit Charakter und Eleganz erstrahlen. Sie sind längst mehr als nur Lampen: Sie gehören zur Seele des Hauses.


Damit war Marilyns Beitrag noch nicht zu Ende. Sie polierte auch Messing, zeigte uns, wie man eine Scheuersaugmaschine bedient, und half massgeblich dabei, das Treppenhaus zu streichen. Sie hat uns und das Château für immer geprägt.

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